Operationalisierung von Product Placement

Hier haben sich laut Auer, zwei Kategorien von Agenturtypen herauskristallisiert. Hinsichtlich der Arbeitsweise wird zwischen Vermittlern und Ausstattern unterschieden. Der Vermittler nützt das Product Placement als Finanzierung für seinen Film. Der Ausstatter sieht das Product Placement als Senkung für die ansteigenden Filmproduktionskosten an.[??]

Zu den Vermittlern zählen

  • Product Placement Agenten
  • Lizenzagenturen
  • Product Placement Abteilungen von Werbeagenturen
  • Product Placementabteilungen der Filmproduktion

Zu den Ausstattern zählen

  • Transportkoordinatoren
  • Agenturen mit eigenem Warenlager

Vermittler

In der Regel wird Product Placement von Agenten zwischen werbetreibenden Unternehmen sowie Film- und Fernsehproduzenten vermittelt. Bei Product Placement Agenten handelt es sich um Selbstständige, die mit recht guten Kontakten zur Filmbranche aufweisen können. Die Vermittlung der Produktplatzierungen erfolgt auf Provisionsbasis. Der Agent erhält zahlreiche Drehbücher, aus denen er die vermarktungsfähigen Placement-Träger aussortiert und diese im Namen der Filmproduzenten vermarktet.

Das Circus-Service Kultursponsoring – Product Placement bietet als Partner der bekanntesten Zirkusunternehmen auf der ganzen Welt, Produktplatzierungen an. Der Unternehmer kann zwischen folgenden drei Möglichkeiten wählen: Eine exklusive Präsentation einer einmaligen Veranstaltung, eine Annonce in einem Programmheft schalten sowie die Produktpräsentation vor dem Publikum. In der Praxis wird das Logo des betreffenden Unternehmens auf allen Drucksachen des gewünschten Zirkus gedruckt. Die Produkte werden bereits im Eingangsbereich, durch Displays, Schaukästen, Stände oder Transparente, ersichtlich platziert. Vor Beginn der Veranstaltung wird das Publikum mit der jeweiligen Werbebotschaft begrüßt. Eine Platzierung der Produkte während der Veranstaltung ist in Form einer Verlosung oder eines Product Placements, beispielsweise in einer Clown-Nummer möglich. Als Referenz bezog sich die Agentur auf die „"Super-Playmobil-Aktion“ mit dem "Circus Probst".

In Berlin ist derzeit eine sogenannte Filmboard-Initiative im Gespräch, welche die professionellere Platzierung von Markenartikeln zum Ziel hat. Die Sponsorensuche soll sich damit zu einem automatischen Vorgang entwickeln. Und so sieht der Ablauf aus: Wer eine Förderung beantragt, muss zuerst das Drehbuch an die Förderer schicken, die das Drehbuch neben einer künstlerischen auch einer Product Placement Prüfung unterziehen. Anschließend erfolgt die Überprüfung durch einen Anwalt, der die Produktplatzierung auf rechtliche Unklarheiten überprüft. Ist die Placement-Tauglichkeit festgestellt, übernimmt der Makler eine Schanierfunktion zwischen Filmbranche und Wirtschaft. Zu den wichtigsten Makler für Product Placements im deutschen Fernsehen zählt derzeit die „"Dolce Media GmbH“, die zu 43 Prozent den Brüdern Thomas und Christoph Gottschalk gehören. Als Partner wurde die „"Münchner Kultur und Werbung GmbH“ ausgesucht. Wer sein Drehbuch von der „"Dolce Media GmbH“ durchleuchten lässt, ist zwar nicht gezwungen die "Münchner Kultur und Werbung GmbH“ bei der Sponsorensuche für sich arbeiten zu lassen. Doch letztere plant das Modell zur Marke ausbauen zu lassen. Denn der Abspann des betreffenden Filmes soll in Hinkunft folgenden Schriftzug enthalten: „"Dieser Film entstand mit Unterstützung von Firma xy, Partner des deutschen Films . . .“ Eine innovative Maßnahme, die dem Unternehmen ein besseres Image verschafft. Sponsert das betreffende Unternehmen regelmäßig in Kino- und in Fernsehfilmen, so wird ihm das Recht zugesprochen sich künftig mit dem Titel „Partner des deutschen Filmes“ zu schmücken, um damit sein Unternehmens-Image zu prägen.[??]

Zu den Lizenzagenturen zählen Unternehmen, die Urheberrechte von erfolgreichen Spielfilmen an Dritte vermarkten.

Mit integrierten Product Placement Abteilungen versuchen Werbeagenturen ihren Kunden den Zugang zum Product Placement Markt anbieten zu können.

Unternehmen der Filmbranche hingegen, versuchen mit eigenen Abteilungen das Geschäft mit dem Product Placement selber abzuwickeln, um damit die Provisionen für Product Placement Agenturen und Vermittler einzusparen. Aber auch immer mehr Kunden versuchen bei den Sendern direkt ein Product Placement zu lancieren, wie Matthias Alefeld, geschäftsführender Gesellschafter der "„MA Media GmbH“ zu berichten weiß. Dabei hängt es vor allem von der Art des Produktes ab, wie gut ein Placement umgesetzt wird. Das verlangt nach einer intensiveren Zusammenarbeit. Fehlende Kenntnisse in der Werbedramaturgie erhöhen den Risikofaktor, dass die Vorstellungen dann doch nicht so umgesetzt werden können wie anfänglich geplant.

Ausstatter

Spezielle Firmen, die Transportkoordinatoren, versorgen Filmproduktionen bei den Dreharbeiten mit den benötigten fahrbaren Untersätzen. Dies geschieht kostenlos. Nur vom Automobilhersteller erhält der Transportkoordinator einen Jahresetat für seine Dienstleistung.

Bei den sogenannten Warehouses handelt es sich um große Warenlager von Agenturen, aus denen Fernsehproduzenten auf fast alle Produkte für ihre Requisiten zurückgreifen können. Das Warenlager ist nicht öffentlich und lediglich für Filmproduzenten und ihre Mitarbeiter zu besichtigen. Die Ursprünge sind in Hollywood zu finden, die sich durch die Konzentration der Filmwirtschaft entwickelten. In den USA werden meistens ganze Placement Pakete angeboten und verkauft. Ein Produkt wird also nicht nur für einen Film oder Serienteil als Requisite gebucht, sondern gleich für fünf bis zehn Folgen einer Staffel. [??]



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